Am 3. Oktober vor 33 Jahren war ich gerade mit meiner Mutter in Berlin, wo wir in den Herbstferien für ein paar Tage eine Freundin von ihr besuchten. Und dann passierte es wirklich- die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten fand statt.
Dieser friedlichen Revolution von damals habe ich sehr viel zu verdanken, denn mein kompletter Lebensweg gestaltete sich dadurch anders. Besser.

🔝 Ich konnte aufs Gymnasium gehen – als 1. der Familie.
🔝 Ich konnte auf die Uni gehen – als 1. der Familie.
🔝 Ich habe einen akademisch Abschluss- als 1. der Familie.
🔝 Ich habe ein Unternehmen gegründet – als 1. der Familie.

Ich bin sehr dankbar dafür, all diese (Bildungs-) Erfahrungen machen zu können.
Und vielleicht ist mein Freiheitsdrang auch genau darin begründet, besagte Freiheit (unbewusst) in den ersten 13 Jahren meines Lebens nicht gehabt zu haben. Vielleicht habe ich deshalb immer wieder Fernweh. 🌍

Nur ist es eben dann doch SCHON 33 Jahre her.
Dies ist kaum zu glauben, wenn ich mir den gerade veröffentlichten Bericht zum Stand der Deutschen Einheit anschaue, den Carsten Schneider als Ostbeauftragter präsentierte.

Es klafft weiterhin eine Lohnlücke zwischen Ost und West bei den durchschnittlichen Bruttogehältern:
Westdeutschland 40.568 Euro vs. Ostdeutschland 34.841 Euro.

Und war dies bislang immer mit niedrigeren Mieten und Nebenkosten begründbar, dann ist es das eben nun nicht mehr. (Die Mieten in Leipzig explodieren gerade!)

Die Zahlen machen mich wütend, sprachlos und traurig. Denn wo weniger Geld verdient wird, werden auch die Altersrenten später auf einem niedrigeren Niveau sein.
 Nur: Wer bereits in der Erwerbstätigkeit monatlich weniger Geld erhält, hat natürlich auch weniger zur Verfügung, um für sich selbst fürs Alter vorzusorgen.

Dies möchte ich nicht hinnehmen. Genau deshalb ist es wichtig, dass ich Finanzbildung an die Jugendlichen und jungen Erwachsenen weitergebe. In Leipzig, in Grimma, in Madgeburg oder Delitzsch.

Denn ohne den 03. Oktober 1989 würde es mich so nicht geben. Und es würde die Finanzbotschafterin nicht geben.
Und deshalb bin ich vor allem eins: einfach nur FROH, dass es 1989 genau so kam, wie es kam.

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